Handwerker kommt nicht trotz Auftrag – was tun?
Der Ablauf ist fast immer derselbe: erst schriftlich nachfragen, dann eine Frist mit konkretem Datum setzen, danach eine kurze Nachfrist. Bleibt die Leistung aus, kommen Rücktritt vom Vertrag, eine Ersatzvornahme durch einen anderen Betrieb und – je nach Fall – Schadenersatz in Betracht. Entscheidend ist, dass jeder Schritt schriftlich und nachweisbar ist.
Der Ablauf in sieben Schritten
1. Sachstand festhalten
Notieren Sie, was wann vereinbart war: Auftragsbestätigung, E-Mails, Kurznachrichten, zugesagte Termine und Absagen. Diese Sammlung ist später Ihre wichtigste Grundlage – ohne Nachweis über den vereinbarten Termin wird jede weitere Stufe schwierig.
2. Freundlich, aber schriftlich nachfragen
Ein Anruf ist schnell, hinterlässt aber keine Spur. Fassen Sie das Gespräch danach kurz per E-Mail zusammen: welche Leistung offen ist, welcher Termin zugesagt war und bis wann Sie eine Rückmeldung erwarten. Oft löst das die Sache schon, weil im Betrieb Personal oder Material fehlt und Ihr Auftrag einfach untergegangen ist.
3. Angemessene Frist schriftlich setzen
Bleibt die Reaktion aus, setzen Sie eine Frist mit konkretem Kalenderdatum – also nicht schnellstmöglich, sondern zum Beispiel bis zum 30. des Monats. Was angemessen ist, hängt vom Umfang ab: für eine kleine Reparatur reichen oft ein bis zwei Wochen, für größere Arbeiten kann mehr sinnvoll sein. Versenden Sie die Fristsetzung so, dass Sie den Zugang belegen können.
4. Verzug und Nachfrist
Verstreicht die Frist ohne Leistung, befindet sich der Betrieb in der Regel in Verzug. Üblich ist dann eine letzte, kurze Nachfrist mit dem Hinweis, welche Folgen Sie ziehen, wenn auch diese verstreicht. Damit schaffen Sie die Grundlage für alle weiteren Schritte.
5. Vom Vertrag zurücktreten oder kündigen
Nach erfolglosem Fristablauf kommt regelmäßig ein Rücktritt beziehungsweise eine Kündigung des Werkvertrags in Betracht. Bereits erbrachte Teilleistungen und Anzahlungen werden dann abgerechnet. Formulieren Sie schriftlich und benennen Sie die versäumten Fristen – so ist der Ablauf nachvollziehbar.
6. Ersatzvornahme und Schadenersatz
Lassen Sie die Arbeit von einem anderen Betrieb ausführen, können die Mehrkosten je nach Fallgestaltung erstattungsfähig sein. Wichtig: Vergleichsangebote einholen und die Mehrkosten belegen. Auch Folgekosten wie eine verlängerte Zwischenmiete können eine Rolle spielen – das lässt sich aber nur im Einzelfall beurteilen.
7. Rat einholen, bevor es teuer wird
Bei größeren Summen, geleisteten Abschlagszahlungen oder bereits begonnenen Arbeiten lohnt sich eine kurze Beratung: Verbraucherzentrale, Rechtsberatung über die Rechtsschutzversicherung oder eine Anwaltskanzlei für Bau- und Werkvertragsrecht. Die Handwerkskammer vermittelt zudem bei Streitigkeiten mit eingetragenen Betrieben.
So können Sie die Fristsetzung formulieren
Sehr geehrte Damen und Herren,
am [Datum] haben Sie mir die Ausführung folgender Arbeiten bestätigt: [Leistung kurz beschreiben]. Als Ausführungstermin war der [Datum] vereinbart. Bis heute wurden die Arbeiten nicht begonnen.
Ich fordere Sie auf, die vereinbarte Leistung bis zum [konkretes Datum] zu erbringen. Sollte die Frist ohne Ausführung verstreichen, behalte ich mir die weiteren mir zustehenden Schritte vor.
Mit freundlichen Grüßen, [Name, Adresse, Datum]
Dieser Text ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung. Welche Frist angemessen ist und welche Ansprüche in Ihrem Fall bestehen, hängt von Vertrag, Umfang und Vorgeschichte ab. Bei größeren Summen holen Sie bitte rechtlichen Rat ein, etwa bei der Verbraucherzentrale, über Ihre Rechtsschutzversicherung oder in einer Kanzlei für Werkvertragsrecht.
So vermeiden Sie den Fall beim nächsten Mal
- Termin, Leistung und Preis immer schriftlich bestätigen lassen – eine E-Mail genügt
- Zahlungsplan an den Baufortschritt koppeln, keine hohen Vorkassen leisten
- Ausführungsbeginn und -ende als Datum in die Auftragsbestätigung aufnehmen
- Erreichbarkeit prüfen: eingetragene Firma, feste Adresse, echte Bewertungen mit Projektbezug
- Von Anfang an mehrere Angebote einholen – dann haben Sie sofort eine Alternative
Handwerker erscheint nicht – Ihre Fragen
Mehrere Angebote parallel – der beste Schutz vor Stillstand
Wer nur ein Angebot hat, ist von einem Betrieb abhängig. Über WerkFinder beschreiben Sie Ihr Vorhaben ein einziges Mal und erhalten Rückmeldungen mehrerer geprüfter Betriebe aus Ihrer Region – in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Fällt ein Termin aus, steht die Alternative bereits fest, statt dass Sie neu anfangen müssen.
Zur Vorbereitung hilft ein Blick auf die Preise: Auf unseren Kostenseiten sehen Sie die marktüblichen Spannen mit Einheit, im Ratgeber steht zu jeder Arbeit das zuständige Gewerk, und über die Gewerke-Übersicht finden Sie Betriebe nach Fachgebiet. Was steuerlich absetzbar ist, erklärt der Ratgeber Handwerkerleistungen von der Steuer absetzen.
Jetzt mehrere Angebote einholen
Aufgabe in zwei Minuten beschreiben, Angebote geprüfter Betriebe vergleichen und selbst entscheiden, wen Sie beauftragen. Kostenlos und unverbindlich.
Kostenlos Angebote erhalten
